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Beste Arbeitsbedingungen für Geeks

23 Mai

Bei Atlassian in San Francisco hat man sich sehr viel Gedanken über die Arbeitsbedingungen gemacht. Eine umgebaute Lagerhalle mit viel Raum zum Bewegen, ein voll mit Lebensmitteln ausgestattete Küche, Massagesessel und vieles mehr bietet das Atlassian Office in den USA. Es ist extrem wichtig, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen… und das ist den Designern wirklich gelungen.

Hier gibt es noch mehr Fotos

Im Flow programmieren

21 Mai

Ich habe meinen Talk “7 Dinge: Wie man gute Teams großartig macht” auf verschiedenen Konferenzen vorgetragen. Leider gibt es noch kein Video von dem gesamten Talk, also habe jedes einzelne Ding mit der Videokamera aufgenommen und werde es im Laufe der nächsten Wochen hier auf svenpet.com veröffentlichen. Heute: It’s Flowtime

Als Flow bezeichnet man die Zeit, in der man hoch konzentriert ist. Als Softwareentwickler bedeutet das, dass man das gesamte Softwaredesign im Kopf hat und wie in der Matrix nur noch in abstrakten Klassen und Vererbung denkt. Man möchte als Programmierer so lange und so oft wie möglich im Flow bleiben. Wie verträgt sich das am Besten mit der Forderung nach Kollaboration im Team? Tipps gibt es im Video “It’s Flowtime”

Mehr über Motivation im Team gibt  es auch hier

Retrospektive: Gute Teams großartig machen.

10 Mai

Dieses Jahr auf der JAX in Mainz habe ich den Vortrag “7 Dinge: Wie man gute Teams großartig macht” gehalten. Dieser handelte im wesentlichen darüber, sein Team zu motivieren, um es produktiver, effizienter, neugieriger und innovativer zu machen. Eben aus einem schon guten Team, das Beste herausholen. Dabei habe ich über folgende Dinge gesprochen:

  1. Flowtime – So lange und oft wie möglich im Flow bleiben, ohne die Zusammenarbeit zu vergessen
  2. Feed your brain – Gemeinsam mit dem Team lernen und sich gegenseitig etwas beibringen
  3. Say: Well done – Auch die kleinen Dinge würdigen. Anerkennung ist eines der wichtigen Dinge, warum wir täglich zur Arbeit gehen
  4. Report Robot: Projektberichte automatisch generieren lassen: Spart Zeit und macht mehr Spaß!
  5. Dogfooding: Das ganze Unternehmen soll die eigene Software benutzen, um selbst zu merken, wo man diese verbessern kann
  6. Innovation Days: Neue eigene Ideen in Prototypen innerhalb von 24 Stunden umsetzen, um die Machbarkeit zu demonstrieren
  7. 20% Zeit: Innovationen bis zur Produktreife entwickeln

Die Folien zum Talk findet man hier.

Probleme mit Innovation Days

Bei Innovation oder Prototype Days handelt es sich darum, 24 Stunden mit seinem Team oder mit der ganzen Abteilung neuen Produktideen auszuprobieren. Dabei kommt es nicht darauf an, den Code 100% “clean” zu programmieren und das System stabil zum Laufen zu bekommen, sondern einen Prototypen zu bauen!

  • Problem: 24 Stunden arbeiten, so etwas lässt das Arbeitszeitgesetz in Deutschland gar nicht zu: Hier sollte man als Team kreativ sein. Vielleicht lässt man den Arbeitstag direkt mit dem Innovationstag beginnen, so dass man die maximale Arbeitszeit zur Verfügung hat und dehnt den Prototypentag auf 2 Arbeitstage auf (Bei Atlassian programmieren die meisten auch keine 24 Stunden durch). Allerdings verliert dieser Tag dann ein wenig an Reiz, da man nicht das Gefühl hat, einen super außergewöhnlichen Arbeitstag zu haben.
  • Problem: Teammitglieder, die nicht bis spät am Abend programmieren wollen, fühlen sich jedoch genötigt, lange zu bleiben: Darum hieß mein Talk: Wie man gute Teams großartig macht. Ich glaube in einem guten Team ist es auch vollkommen in Ordnung, wenn jemand früher gehen möchte. Jeder respektiert hier die Bedürfnisse des anderen. Wenn man also im voraus weiss, dass jemand früher geht, kann man die Aufgaben dementsprechend planen.
  • Problem: Das küren eines Gewinners am Ende des Tages, kann Mitarbeiter demotivieren: Wenn man das Gefühl hat, dass sich das ganze Team nicht für den einen Gewinner freuen kann, sollte man die Abstimmung am Ende weglassen. Ich glaube dennoch, dass ein wenig Konkurrenz, das Ergebnis verbessert. Man ist noch motivierter ein Kick-Ass Feature zu programmieren.

Probleme mit Flowtime

Im Flowtime Teil meines Talks habe ich den Tipp gegeben, für ein paar Stunden am Tag die Abteilung für Telefonanfragen, Emails und sonstigen Störungen zu schließen und sich auf das Programmieren zu konzentrieren.

  • Problem: Einige Zeit, nachdem man die Flowtime eingeführt hat, machen Mitarbeiter nicht mehr mit und sehen  den Sinn dieser Zeit nicht mehr. Das habe ich auch selbst erlebt: Wenn sich die anderen Abteilungen an die Konzentrationszeit gewöhnt haben, ist es nachmittags eh still und keiner ruft an. Man sieht dann die Notwendigkeit nicht mehr, jeden zurechzuweisen, dass doch Flowtime ist. Ich fand es total OK, dass das Team an Flowtime keinen Bedarf mehr hatte  und diese kollektiv abgeschafft hat. In stürmischen Tagen kann man diese dann ja auch wieder einführen. Die Abteilung kennt dann zumindest schon die Regeln.

Probleme mit Dogfooding

Dogfooding bedeutet, dass das gesamte Unternehmen die entwickelte Software in einer alpha-Version benutzt – Vom CEO bis zur Sekretärin, aber am wichtigsten ist, dass die Entwickler Ihre programmierte Software benutzen, um Kunden besser zu verstehen und die Feedback-Zyklen so kurz wie möglich zu halten.

Problem: Wir machen eine Help Desk Software, die wir in der Softwareentwicklung nicht einsetzen und somit nicht selbst testen können: Ja, es gibt bestimmt Anwendungsfälle, bei denen man die Software schwer selbst ausprobieren kann. Aber die meisten machen es sich zu einfach: Eine Software, die im eigenen Help Desk eingesetzt wird, kann man sehr wohl selbst ausprobieren. Man muss sich nur einen halben Tag pro Woche Zeit nehmen und die HelpDesk Mitarbeiter unterstützen. Das wichtige dabei ist, dass dies regelmäßig in relativ kurzen Abständen passiert (mind. einmal wöchentlich bis 14-täglich).

Wer mehr über die 7 Dinge erfahren möchte, kann meine Blogserie zu diesem Thema hier lesen. Ich werde demnächst hier die Videos zu dem Talk veröffentlichen, also ein wenig Geduld noch bitte!

Das Glück-O-Meter. Zufriedenheit der Mitarbeiter messen

10 Apr

Wie Zufrieden ist Ihr Team? Fragen Sie doch öfter mal Ihre Mitarbeiter! Aber wie erreicht man auf einfache Wiese alle Mitarbeiter und wie ehrlich sind diese, wenn sie gefragt werden? Wie stellt man sofort fest, dass die Stimmung unter den Mitarbeitern gekippt ist?

Mit dem Atlassian- Glück-O-Meter!

Das Glück-O-Meter

Wir bei Atlassian messen die Mitarbeiterzufriedenheit jeden Tag! An jedem Ausgang unserer Büros in Amsterdam, San Francisco und Sydney haben wir iPads aufgestellt, auf denen jeder Mitarbeiter  in Echtzeit sein Feedback abgeben kann. Es wird nur eine Frage gestellt, die man mit einmaligen drücken eines Symbols beantworten kann. Jeder Mitarbeiter soll beim Verlassen des Gebäudes die aktuelle Stimmung abgeben. Unsere momentane Antwortquote liegt bei 87%!

Wir stellen also sofort fest, wenn die Stimmung kippt. Der Stress-Level erhöht sich normalerweise, wenn ein Release ansteht oder unsere eigene Konferenz, das Atlassian Summit, stattfindet. Das Management kann sofort reagieren, wenn ein Zufriedensheitsschwellwert unterschritten wird.

Jeder Mitarbeiter kann anonym und ehrlich antworten, das erhöht die Belastbarkeit der Daten. Wenn ein Manager seine Mitarbeiter direkt fragt: “Wie geht es euch?”, gibt es nur wenige, die bei schlechter Stimmung ehrlich antworten. Auch verblassen bei jährlichen oder auch vierteljährlichen Zufriedenheitsabfragen die anstrengende Zeiten und die Unzufriedenheit.

Eine einfache App, die vieles verändern kann… und dann sieht so ein iPad am Firmeneingang auch noch cool aus!

Wir überlegen uns, auch mal die Fragen wöchentlich zu wechseln, um noch weitere Dinge abzufragen. Jedoch wird es bei nur einer Frage bleiben, damit die hohe Akzeptanz erhalten bleibt.

Die Evolution von FedEx Days – Innovationen fördern

3 Apr

Innovationen sind wichtig für Unternehmen. Ohne neue coole Produkte oder Features, hat man heutzutage wenig Chancen am Markt lange zu bestehen. Wie aber fördert man die Innovation in Unternehmen? Wie kommt man von der Idee zum Prototypen oder sogar zum fertigen Produkt? Eine konzentrierte Zeit für Innovationen hat sich dabei als nützlich erwiesen. Hier 4 Beispiele wie es gelingen kann.

FedEx Day

Atlassian hat den FedEx Day erfunden: Entwickler bekommen 24 Stunden Zeit, an ihren eigenen Ideen zu arbeiten. Dies ist eine sehr konzentrierte Zeit für Innovationen. Das coole an einem FedEx Day ist die begrenzte Dauer und der Wille der Entwickler, am Ende des Tages etwas vorführen zu können. Aber FedEx Days dienen nicht nur als Innovationsfabrik und zum Testen der Machbarkeit verschiedener Ideen, sondern auch zur Teambildung und Mitarbeitermotivation. Es arbeitet nämlich meist ein Team an einer Idee.

Round the Clock, Round the world

Foursquare hat einen 48 Stunden andauernden Hackathon auf 6 Kontinenten mit mehr als 500 Entwicklern durchgeführt. Das Coole an dem Foursquare-Ansatz ist, dass sie die Community aufgefordert haben, daran teilzunehmen. Man holt sich also die Innovation aus der Community und erhöht die Motivation von Foursquare-Hackern, indem man die Location und die Verpflegung sponsort.

Prototyping Days

Die Prototyping Days von Xing kann man auch als verlängerten FedEx Day bezeichnen. Das Unternehmen hat letztes Jahr ihren Mitarbeitern 3 Tage Zeit gegeben, an neuen eigenen innovativen Ideen zu arbeiten. Ist die Idee eher klein, lässt sich in 3 Tagen schon ein ordentliches Produkt entwickeln. Xing hat die Prototyping Days mit einem Vortrag von Robert Powell (Prototypen-Designer für Autos) eröffnet und in guter FedEx-Tradition mit einer Party beendet.

Innovation Lab

Innovation Lab ist ein coole Idee von Nordstrom, eine amerikanische Kauf- und Versandhauskette. Das Innovation Lab  besteht aus einem hochengagiertes Team, dass die Ideen von Kunden direkt vor Ort umsetzt. Die Mitarbeiter kommen mit einem mobilen Kanbanboard, Post Its und PCs in die Filialen und entwickeln den Prototypen einer Idee direkt an Ort und Stelle. Eine Mischung aus Lean Start up und FedEx day. In einer Timebox von einer Woche baut das Team ein fertiges Produkt und der Kunde kann während der Entwicklung sofort Feedback geben.

Blitzstart in den neuen IT Job

22 Feb

Für neue Mitarbeiter hat Atlassian seit zwei Jahren ein eigenes Programm entwickelt. Wir finden es extrem wichtig, dass neue Atlassianer so schnell wie möglich unsere Kultur, Werte und Grundlagen aus jedem Arbeitsbereich kennenlernen. Bei Google sind es Noodles und bei uns heißt es Bootcamp.

Bootcamp

Das Bootcamp geht über 2-3 Wochen mit ca. 4 Präsentationen am Tag. Man lernt beispielsweise wie ein Technischer Redakteur zu denken, erfährt alles über UI-Design bei Atlassian und lernt Scott & Mike kennen, die Gründer von Atlassian. Die Vorträge werden von einem Entwickler, QA-Mitarbeiter, Team Lead oder einem anderen “normalen” Atlassian Mitarbeiter gehalten. Normalerweise beginnt man mit dem Bootcamp am ersten Arbeitstag, ich durfte nach 6 Monaten Atlassian auch zum Bootcamp nach Sydney. Nach einem Tag voller Informationen ist man am Abend ziemlich erschlagen, nach so vielen interessanten Themen, vorgetragen von noch mehr interessanteren Persönlichkeiten. Der JIRA Plugin-Tages-Workshop war mein ganz persönliches Highlight.

Will man, dass sich neue Mitarbeiter schnell einarbeiten, sollte man ein solch intensives Training zum Jobstart einführen. Es dauert manchmal Jahre, bis man bei einem neuen Arbeitgeber verstanden hat, wie das Unternehmen tickt oder wie andere Abteilungen arbeiten. Man verliert am Anfang zu viel Zeit damit, zu verstehen, wer wichtig ist, welche Abteilung wofür zuständig ist oder einfach nur warum es überhaupt keinen Vertrieb gibt (-> wir haben kein einzigen Vertriebsmitarbeiter bei Atlassian).

Hack House

Für unsere Studienabgänger haben wir uns dieses Jahr etwas ganz besonderes ausgedacht. Wir haben ein Haus direkt am Strand gemietet. Aus 430 Bewerbern haben wir die besten 10 Abgänger für unser Geek-Abenteuer ausgewählt. Dabei haben wir darauf geachtet, dass das Team aus verschiedenen hoch motivierten Spezialisten besteht, die sich gegenseitig bei den Aufgaben unterstützen können. So hatten wir Studenten für Web-Design, Java Script-Entwickler, Datenbankarchitekten, etc. Unsere 10 “Gradlassians” wurden gebeten Badesachen, Surfboards und Sonnencreme einzupacken, denn ein bisschen Spaß ohne Tastatur sollte man ja auch noch haben. Es gab allerdings 5 Regeln im Hack House:

  • seinen eigenen Kram aufräumen
  • 23:00 Uhr Nachtruhe
  • keine unangemeldeten Besucher
  • Lebe Atlassian’s Werte
  • Arbeite hart und hab’ Spaß

Dazu hat Atlassian einen eigens fürs’ Hack House entworfenen Stundenplan zusammengestellt:

Man konnte die Hack House Bewohner über unsere Webcam beobachten. Das ganze hatte ein bisschen was von BigBrother für Geeks.

Nach einem Mini-Bootcamp haben unsere ehemaligen Studenten einen ganzen FedEx Day absolviert. Die Ergebnisse wurden allen Atlassian Mitarbeitern am Freitag Nachmittag präsentiert. Es ist unglaublich was so eine konzentrierte Lern- und Arbeitswoche an Produktivität und Motivation in unseren Gradlassians hervorgerufen hat.

Wir sind immer auf der Suche nach neuen motivierten Talenten. Hier gehts’ zu unseren Stellenangeboten

Motivation für Softwareteams VII – Spaß haben und Gutes tun

23 Dez

Dies ist offensichtlich der letzte Teil meiner Blog-Serie über Mitarbeiter-Motivation. Wenn man keinen Spaß mehr an und auf der Arbeit hat, nützen die besten Motivationstipps nichts.

Lachen erwünscht

Wir bei Atlassian strengen uns täglich an, für unsere Kunden die besten Entwicklertools der Welt zu bauen. Manchmal sollte man aber auch mal einen Schritt von der Tastatur zurücktreten und einfach mit Kollegen zusammen Spaß haben. Wir sind ja nicht nur Nerds und können auch feiern (na ja, manche von uns sind wirklich nur Nerds). Durch solche Events wird die Arbeit auch nicht langweilig. Hier einige Beispiele, die die Arbeit bei Atlassian zu etwas besonderen macht:

  • eine Wii steht an jedem Standort den Mitarbeitern zur Verfügung, um sich mal von einem Problem abzulenken
  • die End Of Fiscal Year (Geschäftsjahresabschluss) Parties sind legendär (ein kleines Video davon?)
  • we’re ballin … a lot. Ob Tischtennis, Basketball oder Fußball. Wir spielen Ball, (fast) alle zusammen (auch hier ein kleines Video?)
  • wir lassen keinen Anlass aus, um zu feiern: Halloween, Thanksgiving oder der Melbourne Cup
  • und natürlich Spontan-Treffen und Hackathons in der Küche, da jemand meint, die neuen Google-Dart Features seien Übercool

Tu Gutes

Man fühlt sich so richtig gut, wenn man eine gute Tat vollbracht hat. Warum immer nur für die Gewinnmaximierung der Aktionäre schufften? Man kann doch auch einmal im Jahr die Arbeitskraft für die gute Sache einsetzen. Beispielsweise den Strand aufräumen, die örtliche Tafel unterstützen oder der Behindertenwerkstatt bei einem Ausflug behilflich sein. In Ihrem Unternehmen undenkbar? Schade! Aber hier ist etwas, dass wirklich jeder machen kann: Movember! Lassen sich sich einen Monat lang einen Schnäuzer wachsen und sammeln Sie Spenden zur Bekämpfung von Postatakrebs ein! Atlassian spendet 5 Arbeitstage je Mitarbeiter im Jahr für wohltätige Zwecke. So sind die Mitarbeiter direkt an den wohltätigen Aktionen des Unternehmens beteiligt. Gutes zu tun und für ein Unternehmen zu arbeiten, das dies unterstützt, hebt die Stimmung und Motivation am täglichen Job.

Ein Appell zum Schluss

Ich hatte eigentlich an dieser Stelle vor, einen Appell an die Manager von Softwareteams zu schreiben. Letztendlich können sich aber heutzutage gute Softwareentwickler Unternehmen aussuchen, bei dem Sie arbeiten wollen und mit dem sich der Programmierer identifizieren kann. Unternehmen, die sich nicht um die Motivation ihrer Entwickler kümmern, haben oft ein hohe Fluktuation, oder können ihre Innovationsträger nicht halten. Ein Appell möchte ich lieber an die Entwickler richten: Es ist euer Job, neue Ideen zur Motivationssteigerung durchzusetzen. Fast alle Motivationstipps in meiner Blogserie können auf unterster Managementebene durchgesetzt werden. Geht also zu eurem Teamleiter und sagt, dass ihr nächsten Freitag einen FedEx Tag durchführen wollt, jeden Montag Mittag zu einem Brown Bag trefft und zwischen 13:00 und 16:00 Uhr nicht gestört werden wollt, um in den Flow zu kommen. Am Ende bekommt das Unternehmen motivierte Mitarbeiter und die Entwickler einen motivierenden Arbeitsplatz.

Noch immer nicht motiviert?

Hier gibt’s mehr:

Einführung
Teil 1: DogFooding
Teil 2: Unterbrechungen vermeiden
Teil 3: Anerkennung
Teil 4: Brown Bags
Teil 5: FedEx Days
Teil 6: 20% Zeit

Motivation für Softwareteams VI – 20% Time

21 Dez

Google hat es berühmt gemacht, 3M hat es in den 70ern erfunden und Atlassian macht es seit mehr als 3 Jahren: Die 20% Zeit. Hier bekommt jeder Entwickler bei Atlassian die Möglichkeit einen Tag in der Woche, sich um sein eigenes Projekt zu kümmmern, das man sich selbst aussuchen kann. Das war am Anfang ein großes Risiko, da wir nicht absehen konnten, ob sich so etwas irgendwann mal auszahlt oder ob die Mitarbeiter die Zeit mit Projekten verbringen, die zu nix führen. Wir geben also jährlich $USD 4,000,000 für unsere 20% Zeit aus. Ja richtig! 140 Ingenieure arbeiten an Projekten, von denen wir nicht wissen, ob diese irgendwann mal einen Nutzen für uns haben.

Warum machen wir das?

Wir legen keine Ziele fest, was in der 20% Zeit erreicht werden sollte. Es geht hierbei darum, die Innovation zu steigern. Diese kann man aber nicht messen, bzw. als Ziel festlegen. Wir haben so viele coole Ideen aus unseren FedEx Days bekommen. Es entstehen dadurch aber keine fertigen Produkte, es sind lediglich halbfertige Prototypen, die aus FedEx Days entstehen. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie man diese Protoypen in ein Produkt bringen kann, ohne dass Entwickler abgezogen werden. Diese innovativen FedEx Prototypen müssen meistens nicht innerhalb einer bestimmten Zeit auf den Markt gebracht werden. Diese Features oder Produkte sind also predestiniert dafür, als 20% Zeit Projekt weitergeführt und verfeinert zu werden.

20% Zeit Regeln

Ja, ein paar Regeln müssen sein: Ein Projekt sollte nicht zur Tarnung dienen, eine neue Programmiersprache oder Technologie ausprobieren zu wollen. Hier einige Ideen, was bei uns als “gutes” Projekt gilt:

  • Open Source Projekte, die auch Atlassian weiterhelfen
  • Fehler, die einen schon lange nerven
  • Features,die unsere bestehende Software verbessern, ohne das Kunden dies angefragt haben oder die es nicht auf die Roadmap geschafft haben
  • “Proof of Concept” für ein neues Produkt
  • oder einfach endlich mal die Architektur verbessern

Auch kann man gerne als kleines Team an einem Projekt arbeiten. 20% Zeit Projekte dürfen auch fehlschlagen. Es geht bei dieser Zeit darum, etwas innovatives mit Risiko auszuprobieren, da ist es klar, dass die Idee auch mal nicht umzusetzen ist. Allerdings verfolgen wir auch den Fortschritt von 20% Zeit Projekten, um den Erfolg dieser Innovation messen zu können. Ein neues Projekt für diese Zeit zu beantragen , ist so einfach, wie ein Urlaubsantrag ausfüllen (was in manchen Unternehmen vielleicht auch schon gar nicht so einfach ist). Auch andere Bereiche machen bei 20% Zeit Projekten mit: Von Marketing über HR bis zur technischen Dokumentation!

Das Ergebnis

Jeden Monat laden wir zu einem Lunchtalk ein und Mitarbeiter können ihre Monatsergebnisse der eigenen 20% Zeit Projekte vorstellen. Dabei ist dies aber keinen Falls verpflichtend. Jeder kann während dieses Meeting aufstehen und seinen Fortschritt vortragen aber keiner muss. Es gibt allerdings zwei weitere Regeln, damit Kollegen nicht unendlich viel Zeit in ein 20 % Zeit Projekt versenken. Nach 5 Entwicklertagen, müssen 3 Supporter für das Projekt gefunden werden. Dieses können Kollegen aus anderen Projekten sein, die aber einen Wert in der Weiterverfolgung des Projektes sehen. Nach 10 Entwicklertagen müssen Mike & Scott (Atlassian’s Gründer) für das 20% Zeit Projekt unterschreiben.

Unser Erfolg

Statistiken haben ergeben, dass 20% Zeit Projekte 30% effektiver sind als Projekte des normalen Tagesgeschäfts. Wir haben zumindest so viel Erfolg damit, dass wir uns ein Leben ohne die innovative
“Auszeit” nicht mehr vorstellen können. Hier eine Liste von erfolgreichen 20% Zeit Projekten, die es bis in das Produkt geschafft haben:
- Wallboard Gadget für GreenHopper Rapid Board
- Bereichsverzeichnis in Confluence
- Bonfire
- JIRA Mobile Connect
- Atlassian OnDemand
- Netzwerk-Aktivitätsstrom in Confluence 4.1

Der größte Erfolg ist aber, dass Mitarbeiter mehr Spaß haben, da sie Ihre eigenen Ideen umsetzen dürfen. Sie sind motiviert und das auch in ihrer restlichen 80% Zeit! Wie oft wollte ich vor meiner Atlassian Zeit etwas an der Software ändern, hatte aber nie Zeit dazu.
Mehr über 20 Prozent Zeit bei Atlassian, gibt es auch auf unserem Blog.

Noch immer nicht motiviert?

Hier gibt’s mehr:

Einführung
Teil 1: DogFooding
Teil 2: Unterbrechungen vermeiden
Teil 3: Anerkennung
Teil 4: Brown Bags
Teil 5: FedEx Days
Teil 7: Spaß haben und Gutes tun

Motivation für Softwareteams V – FedEx Days

19 Dez

FexEx days wurden bei Atlassian erfunden. Viele unserer Produkte wie Team Calenders, Bonfire oder JIRA Mobile Connect entstammen einem FedEx Day. Wirklich alle profitieren davon: Das Unternehmen bekommt neue Ideen für Produkte geliefert, die Mitarbeiter einen Tag in dem sie ausprobieren können, was sie schon immer machen wollten. Aber fangen wir erst mal mit den Basics an:

Was ist ein FedEx Day?

An Atlassian’s “FedEx Day” nehmen sich Entwickler Zeit, sich mit irgend etwas zu beschäftigen, was (auch entfernt) mit unseren Produkten zu tun hat. Typerscherweise starten wir an einem Donnerstag Mittag, arbeiten bis 15:00 Uhr am Freitag und präsentieren dann das Ergebnis dem gesammten Unternhemen. Dies bedeutet also, dass man 24 Stunden Zeit hat, sein Ergebnis abzuliefern – daher auch der Name FedEx Day.

Die Ziele von FedEx sind:
- Kreativität fördern. Atlassian stellt eine Menge schlauer Köpfe ein. Es wäre dumm, diese nicht zu nutzen
- Jedem Entwickler stört etwas an unserem Produkten oder möchte sehen, dass es was bestimmtes tut
- Oft bekommen radikale Ideen nicht die notwendige Aufmerksamkeit, da viele den Nutzen daran nicht erkennen
- Spaß haben. Darf man ja auch mal auf der Arbeit ;-)

Planung ist die halbe Arbeit

FedEx Days werden bei Atlassian gründlich vorbereitet. Auch wenn es sich danach anhört, dass man sich einfach nur eine Lösung überlegt und loscoded, hilft es, das ganze gut vorzubereiten. Im Vorfeld machen sich die Entwickler schon mal Gedanken, wie sie ein Problem lösen wollen, zeichnen MockUps und untersuchen Technologien. Zu jedem FedEx Day wird ein Organisator bestimmt, der 2-3 Meetings bei Pizza und Bier einberuft, um sich über Ideen für Projekte zu einigen.

Den Gewinner feiern

Am Ende jedes FedEx Days werden die Ergebnisse des 24 stündigen Hackathons den anderen Teilnehmener vorgestellt. Dann wird ein Gewinner gekührt, der eine Trophäe und ein T-Shirt erhält und bis zum nächsten FedEx Day mit dem Titel angeben darf. FedEx Days werden bei Atlassian in jeder Nierlassung auf der ganzen Welt abgehlaten. Letztes Jahr sind die Gewinner der letzten 4-5 FedEx Days dann zu einem FedEx Day World Cup angetreten.

Was passiert mit den tollen Ideen?

Einige Ergebnisse von FedEx Days haben es schon in unsere Produkte geschafft. Beipsielsweise die Plattform für unseren OnDemand Service oder die Vergleichsansicht in Fisheye. Natürlich ist es toll, wenn sich ein Projekt aus einem FedEx Day in einem unserer Produkte wiederfindet. Es geht aber vielmehr bei dem Ereignis darum, miteinander Spaß zu haben und seiner Leidenschaft nachzugehen.

Gut für Ihr Unternehmen?

Bei uns funktionieren FedEx Days super. Aber auch wir ändern ständig etwas am Konzept. Wir benutzen dazu eine Seite im unseren internen Confluence Wiki. Nachdem ich mir die Seite mit den Verbesserungsvorschlägen durchgelesen habe, konnte ich feststellen, dass sich die meisten Verbesserungen um die Pizzabestellung drehen – ein wichtiger Bestandteil von FedEx Days.

Andere Unternehmen wie Sonar6, Adobe, Yahoo und Xing haben so etwas wie FedEx Days durchgeführt. Dank Dan Pinks TED Talk sind FedEx Days bekannter geworden. Hier das Video mit Illustrationen dazu.

Mehr über FedEx Days gibt es auf unserer Webseite.

Noch immer nicht motiviert?

Hier gibt’s mehr:

Einführung
Teil 1: DogFooding
Teil 2: Unterbrechungen vermeiden
Teil 3: Anerkennung
Teil 4: Brown Bags

Teil 6: 20% Time
Teil 7: Spaß haben und Gutes tun

Motivation für Softwareteams IV – Brown Bags

16 Dez

Kontinuierliches Lernen sollte bei jedem Softwareentwickler zur Arbeit dazugehören. Jetzt weiß ich auch, dass dies bei der täglichen Projektarbeit schnell mal vergessen wird. Auch liegen die Prioritäten meist eher beim Tagesgeschäft als bei der perspektivischen Weiterentwicklung. Selbst wenn der Chef nichts gegen Weiterbildung hat, gibt es immer wichtigere Aufgaben, Deadlines und Präsentationen für Vorstandsmeetings. Dazu kommt dann noch, dass mancher Mitarbeiter einfach nicht aus seinem Saft rauskommt und freiwillig kein Fachbuch in die Hand nimmt. Man sollte sich dann natürlich erst mal fragen, ob das der richtige Job für ihn ist, aber das ist ein anderes Thema. Brown Bags kann diese Mitarbeiter motivieren, mal etwas Neues auszuprobieren und wer weiß, vielleicht platzt ja bei einigen Kollegen der Knoten sich doch beispielsweise einmal mit dem Play-Framework zu beschäftigen.

Präsentationen zum Mittag

Brown Bags sind eine tolle Form von Wissenstransfer im Team und im Unternehmen. Man trifft sich zum Mittag gemeinsam in einem Meetingraum und ein Mitarbeiter hält eine Präsentation über eine neue Technologie, Programmiersprache oder neue Arbeitsmethode. Dabei nimmt man sein Essen mit – in einer braunen Tüte, daher der Name Brown Bag. Es wird also keine Arbeitszeit verbraten. Man kann sich eventuell auch einen solchen Lunch mit Brötchen oder Pizza vom Unternehmen sponsern lassen. Allerdings gehört dazu immer ein Präsentator, der ein Thema vorbereitet. Auch das kostet Arbeitszeit. Brown Bags haben gegenüber Expertenpräsentationen den Vorteil, dass die Hemmschwelle Fragen an den direkten Kollegen zu stellen natürlich geringer ist. Man sieht nicht gleich wie ein Idiot aus, wenn man die grundlegende Idee nicht ganz verstanden hat. Die Diskussion wird dadurch gefördert und das ist der beste Weg etwas Neues zu lernen.

Synergien nutzen

Oft bietet es sich auch an, mit anderen Unternehmen gemeinsam Brown Bags, Coding Dojos oder Open Spaces zu veranstalten. Man schmort somit nicht in seinem eigenen Saft. Man kann mit einem solchen Zusammentreffen viel von dem anderen Partner lernen.

Keine Idee/Zeit für Präsentationen

Manchmal fehlt einfach die Zeit oder eine gute Idee für eine Brown Bag-Präsentation. Hier kann man sich Konferenz-Talks anschauen. Ich habe mein Team alle 14 Tage 3 Talks zum Abstimmen gegeben. Den Talk mit den meisten Stimmen haben wir uns freitags nachmittags gemeinsam angeschaut und danach darüber diskutiert.

Gar keine Vorbereitungszeit braucht ein Unternehmens-Open Space. Hier schlägt man einfach Themen vor, über die diskutiert und gemeinsam recherchiert werden kann. Meist kostet diese Art des Treffens ein wenig mehr Zeit, da es keinen „Experten“ gibt. Ein solches Vorgehen hat aber den Vorteil, dass man sich das Ergebnis selbst erarbeitet hat, anstatt es nur präsentiert zu bekommen.

Eine Coding-Session ist das Gleiche für Software. Man trifft sich meist abends bei Pizza und Bier, um ein paar Zeilen Code zu hacken. Dabei kann man neue Technologien oder Programmiersprachen ausprobieren. Das macht richtig Spaß. Man sollte sich allerdings ein kleines Projekt aussuchen, damit man einen reellen Bezug bekommt.

Auf alle Fälle sind selbst organisierte Treffen eine tolle Möglichkeit, der täglichen Projektarbeit zu entkommen und sich mit neuen Ideen zu beschäftigen. Dies motiviert unheimlich für die tägliche Arbeit. Ich habe mich immer sehr darauf gefreut, mal ein paar Zeilen abends in JavaFX zu hacken, ohne dass dies eine Relevanz für meine tägliche Arbeit hatte.

Noch immer nicht motiviert?

Hier gibt’s mehr:

Einführung
Teil 1: DogFooding
Teil 2: Unterbrechungen vermeiden
Teil 3: Anerkennung
Teil 5: FedEx Days
Teil 6: 20% Time
Teil 7: Spaß haben und Gutes tun

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