Motivation für Softwareteams IV – Brown Bags

Kontinuierliches Lernen sollte bei jedem Softwareentwickler zur Arbeit dazugehören. Jetzt weiß ich auch, dass dies bei der täglichen Projektarbeit schnell mal vergessen wird. Auch liegen die Prioritäten meist eher beim Tagesgeschäft als bei der perspektivischen Weiterentwicklung. Selbst wenn der Chef nichts gegen Weiterbildung hat, gibt es immer wichtigere Aufgaben, Deadlines und Präsentationen für Vorstandsmeetings. Dazu kommt dann noch, dass mancher Mitarbeiter einfach nicht aus seinem Saft rauskommt und freiwillig kein Fachbuch in die Hand nimmt. Man sollte sich dann natürlich erst mal fragen, ob das der richtige Job für ihn ist, aber das ist ein anderes Thema. Brown Bags kann diese Mitarbeiter motivieren, mal etwas Neues auszuprobieren und wer weiß, vielleicht platzt ja bei einigen Kollegen der Knoten sich doch beispielsweise einmal mit dem Play-Framework zu beschäftigen.

Präsentationen zum Mittag

Brown Bags sind eine tolle Form von Wissenstransfer im Team und im Unternehmen. Man trifft sich zum Mittag gemeinsam in einem Meetingraum und ein Mitarbeiter hält eine Präsentation über eine neue Technologie, Programmiersprache oder neue Arbeitsmethode. Dabei nimmt man sein Essen mit – in einer braunen Tüte, daher der Name Brown Bag. Es wird also keine Arbeitszeit verbraten. Man kann sich eventuell auch einen solchen Lunch mit Brötchen oder Pizza vom Unternehmen sponsern lassen. Allerdings gehört dazu immer ein Präsentator, der ein Thema vorbereitet. Auch das kostet Arbeitszeit. Brown Bags haben gegenüber Expertenpräsentationen den Vorteil, dass die Hemmschwelle Fragen an den direkten Kollegen zu stellen natürlich geringer ist. Man sieht nicht gleich wie ein Idiot aus, wenn man die grundlegende Idee nicht ganz verstanden hat. Die Diskussion wird dadurch gefördert und das ist der beste Weg etwas Neues zu lernen.

Synergien nutzen

Oft bietet es sich auch an, mit anderen Unternehmen gemeinsam Brown Bags, Coding Dojos oder Open Spaces zu veranstalten. Man schmort somit nicht in seinem eigenen Saft. Man kann mit einem solchen Zusammentreffen viel von dem anderen Partner lernen.

Keine Idee/Zeit für Präsentationen

Manchmal fehlt einfach die Zeit oder eine gute Idee für eine Brown Bag-Präsentation. Hier kann man sich Konferenz-Talks anschauen. Ich habe mein Team alle 14 Tage 3 Talks zum Abstimmen gegeben. Den Talk mit den meisten Stimmen haben wir uns freitags nachmittags gemeinsam angeschaut und danach darüber diskutiert.

Gar keine Vorbereitungszeit braucht ein Unternehmens-Open Space. Hier schlägt man einfach Themen vor, über die diskutiert und gemeinsam recherchiert werden kann. Meist kostet diese Art des Treffens ein wenig mehr Zeit, da es keinen „Experten“ gibt. Ein solches Vorgehen hat aber den Vorteil, dass man sich das Ergebnis selbst erarbeitet hat, anstatt es nur präsentiert zu bekommen.

Eine Coding-Session ist das Gleiche für Software. Man trifft sich meist abends bei Pizza und Bier, um ein paar Zeilen Code zu hacken. Dabei kann man neue Technologien oder Programmiersprachen ausprobieren. Das macht richtig Spaß. Man sollte sich allerdings ein kleines Projekt aussuchen, damit man einen reellen Bezug bekommt.

Auf alle Fälle sind selbst organisierte Treffen eine tolle Möglichkeit, der täglichen Projektarbeit zu entkommen und sich mit neuen Ideen zu beschäftigen. Dies motiviert unheimlich für die tägliche Arbeit. Ich habe mich immer sehr darauf gefreut, mal ein paar Zeilen abends in JavaFX zu hacken, ohne dass dies eine Relevanz für meine tägliche Arbeit hatte.

Noch immer nicht motiviert?

Hier gibt’s mehr:

Einführung
Teil 1: DogFooding
Teil 2: Unterbrechungen vermeiden
Teil 3: Anerkennung
Teil 5: FedEx Days
Teil 6: 20% Time
Teil 7: Spaß haben und Gutes tun

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