Motivation für Softwareteams

Am Anfang eines Softwareprojektes ist die Motivation des Teams hoch. Jeder Entwickler ist heiß darauf, ein tolles innovatives Produkt zu entwickeln. In dieser Phase hat man sehr viel Spaß und arbeitet eventuell Tag und Nacht, damit das Produkt rechtzeitig auf den Markt kommt. Auch ist der Fortschritt der Softwareentwicklung, also die Produktivität der Programmierer, in dieser Zeit rasant. Neue Ideen und Innovationen können sofort umgesetzt werden und das Team wächst zusammen.

Meist stellt sich dann aber (nach einiger Zeit der Euphorie) der Alltag ein. Wie aber erhält man die Innovation im Team und den Willen ein perfektes Produkt zu bauen, welches Benutzer auch nach Jahren noch mit neuen Features fasziniert?

Motivation 1.0 = fail

Einige Manager glauben immer noch, Mitarbeiter könnten über Bonuszahlungen motivieren werden. Verschiedene Wissenschaftler haben das aber  bereits wiederlegt. Durch Bonuszahlungen werden meist keine Innovationen gesteuert und laut Daniel H. Pink sogar die intrinsische Motivation zerstört. Noch letzte Woche habe ich eine Umfrage gelesen, die eingefahrene Modelle, wie einen Dienstwagen oder ein Handy vom Arbeitgeber als mögliche Maßnahme die Motivation zu steigern, vorgeschlagen haben. Ich finde, dass dies wahrscheinlich einfach für das Unternehmen ist, aber den Mitarbeiter längerfristig nicht innovativer und glücklicher in seiner täglichen Arbeit macht.

Motivation 2.0 = Nicht mehr demotiviert

In den letzten Jahren haben wir durch die Einführung agile Methoden sicherlich schon viel dazu beigetragen, dass Softwareprodukte besser werden und Entwickler zufriedener. Wir haben den Product Owner eingeführt und damit den Anforderer mit ins Boot geholt, um genau das zuerst zu entwickeln, was dem Kunden am schnellsten hilft. Der Entwickler ist motivierter, da er sofort Feedback vom Kunden erhält. Er sieht also schnell, dass seine Arbeit einen Nutzen hat. Durch Iterationen haben wir eine gewisse Planungssicherheit eingeführt und einen Prozess, wie Anforderungen in das Projekt eingekippt werden und man Prioritäten der einzelnen Features schnell ändern kann. Für mich bedeutet Agilität aber noch viel mehr: Sich ständig selbst zu hinterfragen, ob es nicht doch noch besser geht.

Motivation 3.0 = Erfolg

Wir bei Atlassian haben hierzu verschiedene Ansätze ausprobiert, sind auf die Nase gefallen, wieder aufgestanden, haben neue Sachen getestet und auch mal Erfolg gehabt. In einer Blogserie werde ich die Dinge vorstellen, die unsere Entwicklung über Jahre hinweg mit Innovationen bereichert haben.  Unter anderem haben diese Motivations- und Innovationstechniken uns dabei geholfen, einer der erfolgreichsten Hersteller für Entwicklertools der Welt zu werden.

In den nächsten Wochen werde über Methoden schreiben wie

  • FedEx Days
  • 20-Prozent-Zeit
  • Dogfooding
  • Ablenkungen minimieren
  • Brown Bags
  • und noch einiges mehr…

Ich bin kein Motivationscoach, sondern nur ein Softwareentwickler, der gespannt darauf ist, wie man langfristig Programmierer an einem Projekt mit Spaß arbeiten lassen kann und dabei den Drive und die Qualität des Produktes beibehält.

Bereit, motiviert zu werden?

Teil 1: DogFooding
Teil 2: Unterbrechungen vermeiden
Teil 3: Anerkennung
Teil 4: Brown Bags
Teil 5: FedEx Days
Teil 6: 20% Time
Teil 7: Spaß haben und Gutes tun

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